Gedanken, Besinnlichkeit, Nachdenken, Geschenke, Festtage

Weihnachtszeit – Momentaufnahme

Weihnachtszeit. Es wird emotional. Oder auch nicht. Wer weiß das schon. – Eine Momentaufnahme.

 

Decke, Decke, An-Starr.

Decke, Decke, An-Starr.

Die Finger klopfen gegen den Bettpfosten.

Im Takt.

 

Decke, Decke, An-Starr.

Seit gefühlten Stunden.

 

„Was willst du eigentlich?“, fragen die Eltern.

„Du musst wissen was du willst.“, sagt der Dozent.

„Ich kann Menschen nicht leiden, die nicht wissen was sie wollen.“, schwadroniert das Date.

 

Ja, ja.

Das Wissen vom Wollen.

Schönen Guten Tag.

Bin anwesend.

 

Nur der Weg.

Weit.

Zu.

Momentan.

Nächste Ausfahrt links.

Abzweigung verpasst.

Jetzt ist Gras über das gewachsen, was einst Straße war.

 

Das Wollen.

Energie.

Langt nicht für den Marathon.

Momentan.

 

Sie langt für das Funktionieren.

Das, was man machen muss.

Nicht weniger.

Nicht mehr.

 

Auf dem Weg zum Wollen.

Baustellen.

Stolpern.

Aufstehen.

Die Knie sind aufgeschlagen.

Sehr oft.

Zu oft.

Drecksnarben!

Im nächsten Sommer also wieder lange Hosen.

 

Jahresende.

Akku leer.

So einfach ist das?

So einfach ist das.

 

„Mich hebt grad nichts an.“, meint Freundin Nicky.

Wo bitte abzeichnen?

„Tiefe“ Gefühle.

Reichen für Freunde.

Reichen für Familie.

Reichen für das Elend der Welt.

Nicht weniger.

Nicht mehr.

 

Decke, Decke,…

„Nun reiß dich mal zusammen!“, blökt das Über.

Der schlimmste Freund von allen.

Die Finger beenden das Trommeln.

Griff zum Smartphone.

 

Digital Native.

Das Elend der Welt.

Direkt vor Augen.

 

Wann kommt die nächste Profilfoto-Welle?

Und mit was?

„Je suis Aleppo“?

„We are one world“?

 

Nicht vergessen online zu unterschreiben.

Irgendwo.

Auf einer Seite halt.

Wird schon wer was dazu posten.

Denken abgenommen.

 

„Selbst wenn drei Milliarden ihre Arbeit niederlegen und demonstrieren. Es wird Krieg geben.“, konstatiert der beste Freund.

 

Digital Native.

Alle sehen was passiert.

Alle sind schuldig.

 

„Oh du Fröhliche“,  trällert das Es.

Warum immer so zynisch?

 

Weihnachtsgeschenke.

Puh.

Da war noch was.

Sie haben doch alles!

Vielleicht keine Liebe.

Vielleicht keine Gesundheit.

Vielleicht keinen Reichtum.

Vielleicht.

 

Also noch ein Buch.

Noch eine Konzertkarte.

Noch ein Was-auch-Immer.

„Erlebnisse verkaufen sich zunehmend besser.“, steht es…

Irgendwo.

Was mit Medien halt.

 

Decke, Decke, An…

„Hör auf!“

Das Über droht.

 

Weihnachten.

Schenken.

Alles haben.

Macht satt?

Übersättigung.

 

„Wow. Deine Erkenntnisse. Echt deep!“

Über nimmt Fahrt auf.

 

Unterbrechung.

„Alles? Ich bin doch alles!“, signalisiert der Hund.

Schwanzwedelnd.

Große Augen.

Trampelnde Pfoten.

Auf den Rücken werfen.

Nähe einfordern.

Das Glücklich Sein in einem kleinen Körper.

 

Die Finger trommeln nicht mehr.

Die Finger tippen nicht mehr.

Die Finger streicheln.

 

Gezwungen hat er mich.

„Und er hat recht.“, vermeldet Es.

Das Über nickt zustimmend.

 

„Schön, dass ihr Euch mal einig seid.“

 

Die Standardfrage wählen.

„Raus?“

Der Hund hüpft.

Rennt im Raum.

Hin. Her. Hin. Her.

Ein Plüschtier.

Holen.

Schnell.

Es geht raus!

Es geht raus!

Es geht raus!

 

Einseitiger Enthusiasmus.

 

Luft holen.

Aufstehen.

Jetzt!

Die Finger stützen sich ab.

Hallo Beine.

 

„Der Weg ist das Ziel.“, höhnt das Über.

Sprücheklopfer mag niemand.

 

„Halt doch einfach mal die Klappe!“

„Du auch!“

Über und Es zucken zusammen.

Schweigen.

Wurde auch Zeit.

 

Aufbrechen.

Zum nächsten Baum.

Zur nächsten Wiese.

Zum nächsten Jahr.

 

„Du bist immer so pathetisch.“

Über kann es nicht lassen.

„Schnauze!“

„Nicht du, Hund.“

Mundwinkel spannen sich an.

Nach oben.

Es geht also noch.

Es geht.

„Los!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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