Bayern Frühstück

Bayerische Brotzeit mit Obatzda

„Zwoa Woasswürschd, Brezn uhnd droa Biao.“

„Was meinen Sie?“

„Zwoa Woasswürschd, Brezn uhnd droa Biao!…Bitte.“

 

Es ist Tag zwei der Baumesse in München, wo ich als Kellnerin bei einem Stand arbeite, und ich verstehe immer noch kein Wort. Und überhaupt: Es ist zehn Uhr morgens!

Kopfschütteln begebe ich mich in die Küche und mache meinem Unverständnis beim dortigen Personal Luft.

„Also, man hat uns ja gesagt, dass die Leute vom Bau etwas derber sind aber das die alle Alkohol und Fleisch am frühen Morgen zu sich nehmen. Ts!“

Unsere Küchenfee lächelt verschmitzt.

„Madel, ich erklär dir jetzt mal was: Das heißt Weißwurstfrühstück und das isst man bei uns hier so.“

„Oh! Mh…okay. Sorry, ey.“

 

Am dritten Tag hatte ich mich aber bereits assimiliert. Vor Schichtbeginn als erste Mahlzeit eine Butterbrezel, um dann ab zehn mit besagtem Weißwurstfrühstück weitermachen: Herrlich!

Nur ohne Bier versteht sich. Seit dieser Woche in bayerischen Gefilden bin großer Fan der hiesigen urigen Brotzeit.

Was ich in den Tagen in München weiterhin kennenlernen durfte, war selbst gemachter Obatzda (oder Obadza, Obatzta geschrieben).  Ein durch Bier, Pfeffer und Brie sehr deftiger Aufstrich.

 

Bayerisches Frühstück

 

Hier stelle ich Euch mein Rezept dafür vor.

Anmerkung: Da ich keinen Alkohol trinke, verwende ich alkoholfreies Bier. Ohne hier Werbung machen zu wollen (ich werde dafür auch – leider  – nicht bezahlt), sei Euch als promillelose Variante Jever Fun empfohlen. Das kommt zwar aus der ganz anderen Richtung von Deutschland aber es ist das Einzige, was wirklich richtig gut nach „echtem“ Bier schmeckt.

 

Bayern Brotaufstrich

Obatzda Zutaten

(für vier Personen)

 

200g Camembert (Zimmertemperatur)

20g Butter (Zimmertemperatur)

1 große Zwiebel oder 2 Lauchzwiebeln

2 EL Sauerrahm (Sahne geht alternativ auch)

1TL Senf

Kümmel (nach Belieben gemahlen oder körnig)

Paprikapulver (edelsüß und/oder scharf)

Bier

 

Zuerst entfernt ihr rundherum die Rinde vom Camembert und schneidet das Weiche grob in Stücke. Die Rinde wegzuschmeißen wäre schade: Ich nehme z.B. einen Teil davon als Brotbelag und den anderen schneide ich in kleine Würfel und mische diese später unter die Obatzda-Masse.

Zwiebeln hacken und zusammen mit dem Camembert, Butter, Sauerrahm, Senf sowie einen kleinen Schuss Bier in eine Schüssel geben. Nun alles mit einer Gabel zerdrücken und vermengen. Nach und nach die Gewürze (ich nehme etwa eine Messerspitze von jedem) und eventuell noch etwas Bier hinzugeben.

Schmeckt zwischendurch kurz ab. Wenn ihr nicht aus bayerischen Gefilden stammt, könnte Euch die Gerstensaft-Pfeffer-Kombination sonst etwas zu pikant sein. Jedenfalls ging es mir beim ersten Mal so.

Fertig ist der Obatzda. Ideal schmeckt er natürlich auf gesalzenem Laugengebäck mit etwas roten Paprikastreifen, Schnittlauch und Tomaten sowie dem restlichen Bier als Getränk.

 

Bayerisches Frühstück

 

Bayern Brotzeit

 

Servus sagt,

 

FRide

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