Lokalgold in Magdeburg

Goldgräberstimmung in Magdeburg – Vom Suchen und Finden

 

Magdeburg könnte man als „Stadt für Entdecker“ deklarieren.

Man muss suchen, um zu finden. Keine Casting-Allee, Friedrichshain, Kreuzberg, etc. wie in Berlin oder ein Hamburger Schanzenviertel, wo sich Läden, Cafés und Kulturstätten komprimiert aneinanderreihen.

Nein, in Sachsen-Anhalts Hauptstadt sind es zwischen all der vielen Grünanlagen kleine Inseln, die es aufzuspüren gilt. Diese besitzen dann aber besonders viel Charme. Denn wo (noch) kein überbordendes Angebot existiert, wirkt alles gleich viel erfrischender und besonders. Und das ist es wirklich: Besonders. Unterstützung und Möglichkeiten für junge Gründer und Kreative gibt es zwar marginal in der Otto-Stadt aber vor allem ist sehr viel Eigeninitiative gefragt. Schreckt Macher und Kreative natürlich nicht und so verdichtet sich das Netz an coolen, neuen Spots in Magdeburg in den letzten Jahren immer mehr.

 

Eine neue Insel, die Design „Made in Germany… and from this city“ sowie ein kleines Café beherbergt, ist der Ende März eröffnete Concept Store Lokalgold.

Lokalgold, das sind die Industriedesign-Studentinnen Anna-Marie Rausch und Laura Voscort.

pic: Oscar Fotografie

Suchen und Finden – Idee und Umsetzung

 

Die Idee einen Concept Store mit regionalen Produkten zu eröffnen kam Laura und Anna bei einem gemeinsamen Urlaub:

Anna und ich merkten in Gesprächen, dass wir beide uns nicht vorstellen konnten in einer großen Agentur, Firma oder Designbüro zu sitzen und dort am Schreibtisch alles nur abzuarbeiten. Wir hatten Lust lieber etwas Eigenes zu machen und sind dann auf die Idee mit dem Laden gekommen.

 

Der Gedanke setzte sich fest und da beide „Macher statt Quatscher“ sind, gingen sie das Vorhaben an. Komplett auf sich allein gestellt waren dabei sie zum Glück nicht:

 

Anna: Eine große Hilfe war die Hochschule Magdeburg-Stendal. In jedem Semester gibt es in unserem Institut für Industriedesign ein Hauptprojekt – Projekt X. Man geht mit seiner Idee zu der zuständigen Dozentin und sie berät und hilft den Studenten, wie man den Entwurf realisieren kann. Jede Woche entwickelten wir so Stück für Stück wie wir uns den Store vorstellen. Später begannen wir in Magdeburg mit der Suche nach geeigneter Fläche, d.h. wir klapperten viele Immobilienseiten ab, sind durch die Straßen gegangen und haben Ausschau nach geeigneten Räumlichkeiten gehalten.

Laura: Letztlich sind wir im Forum Gestaltung gelandet, weil wir die Jungs von Unity Design (Anm.d.Red. Start Up für Möbel und Wohnaccessoires) kennen, welche hier ihre Werkstatt haben. Bei einem Grillfest von ihnen sind wir mit dem Leiter von Forum Gestaltung ins Gespräch gekommen, der uns fragte, warum wir unser Geschäft denn nicht bei ihnen eröffnen wollen. Platz wäre da.

Finanziert haben sie nahezu alles aus eigener Kraft und durch zahlreiche Jobs neben dem Studium. Das Ziel sei es natürlich irgendwann vom Lokalgold leben zu können, so Anna.

pic: Michael Palatini

 

Was sich bisher so fluffig „Wir machen dann mal einen Laden auf“ dahinliest, muss ich als FRide mal auf Realität trimmen.

Vor Ort besuchte ich die Zwei nämlich damals… auf einer Baustelle.

Trotz meiner ausgeprägt blühenden Phantasie, musste ich erst einmal schlucken. Die Räumlichkeiten: ideal. Aber…puh…da war halt nur… Raum. Und diese beiden kleinen Geschöpfe wollten daraus also einen Concept Store mit „Wohnzimmeratmosphäre“ selbst zimmern?

 

Suchen und Finden – Der Laden

 

„Ein Café kommt auch noch rein. Hier rechterhand.“ erklärte mir Anna damals mit ausladender Gestik.

Wir wollen keinen kühlen Designerladen, wo man reinkommt und Angst hat alles anzufassen. Daher gibt es bei uns Sofa und Sitzgelegenheiten. Zusätzlich haben wir eine Theke und bieten guten Kaffee und Getränke an.

Tatsächlich entstand einige Monate später, das vorher Beschriebene.

pics: Oscar Fotografie

Und zwar in einer Seitenstraße, die trotz prominenter Zentrumslage nicht immer allen Magdeburgern geläufig ist. Das Finden braucht manchmal nur ein paar Schritte…

Gleich rechts gegenüber dem City Carré am Hauptbahnhof findet sich die Brandenburger Straße und dort das Forum Gestaltung. Auf dem Hof der ehemaligen Fachschule für Angewandte Kunst, die heute Ort für zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen ist, ein paar Stufen hinabschreitend ist man schon im Lokalgold. Bei schönem Wetter draußen ein herrlicher Ort zum Entspannen oder Freunde treffen.

pic: Michael Palatini

Suchen und Finden –  das Angebot

 

Klar war auch von Anfang an, dass ihr Sortiment komplett aus Sachen bestehen würde, die in Sachsen-Anhalt und Deutschland gefertigt werden.

Wir wollen lokale Designer und Künstler bei uns im Laden anbieten und unterstützen. Unsere angebotenen Produkte sollen wirklich regional produziert sein. Einen Designer aus der Nähe, der dann aber in China produziert – das möchten wir nicht bei Lokalgold. Die Leute, die hierherkommen, können von uns erfahren wie, wo und aus was die Objekte gefertigt worden. Das ist uns ganz wichtig.

Die Auswahl ist vielfältig, umfasst u.a.Interieur, Accessoires, Papierwaren, Grafik und Illustration. Etliche Teile sind zudem nachhaltig:

Da gibt es Lampen von Lukas Badura und Levin Günther aus recyceltem Eichenholz, upgecycelten Glaskuppen und Kupfer

Max Erdmanns Designer-Tisch „Slink“, der sich allein durch Steckverbindungen und Spannkraft ohne Schrauben zusammenbauen lässt

Schmuck ways aus recyceltem Plastikfunden aus der Elbe

Alles von Magdeburger Designern, wohlgemerkt. Anna und Laura selbst steuern noch kleine Geschenkideen wie Seedbombs oder Karten zu aktuellen Anlässen (hallo, Muttertag!) bei.

 

Wir sind z.B. auf die Designers Open in Leipzig gefahren und haben dort jeden Designer, der uns gefallen und ausgestellt hat, angesprochen. Es kam super viel positives Feedback seitens der Jungdesigner. In der Hochschule haben wir natürlich noch Mundpropaganda betrieben. Daraufhin haben sich einige ehemalige Studenten gemeldet, die Interesse hatten.

 

Weiter gibt es moderne Stickbilder auf alten DDR-Stoffen von Mein Hood, Illustrationen von Stadtelster aus Weimar und, und, und…

Wollt ihr mehr erfahren?

Kompetente Beratung bekommt ihr Dienstag bis Samstag von

12 bis 18 Uhr

in der

Brandenburger Straße 9

direkt bei Laura und Anna im Lokalgold…bei gutem Kaffee und Kaltgetränken selbstverständlich!

pic: Lukas Badura

 

Bis nächste Woche,

eure fündig gewordene

FRide

 

P.S.: Meinen besonderen Dank gilt den Fotografen Lukas Badura, Michael Palatini, Oscar Fotografie und Johannes Preun für die Bereitstellung ihrer Aufnahmen.

Und einen gesonderten Dank an Mutti: Du bist ab jetzt als Haus- und Hoffotografin für FRide eingestellt. 🙂

 

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