Frühstück

Würzige Kürbisbrötchen

„Essen ist mein bester Freund.“

 

Zeitweise stimmt das. Und zeitweise entwickele ich dabei ein mittelschweres obsessives Verhalten auf bestimmte Lebensmittel oder ein Gericht. Was impliziert: Ich esse es jeden Tag und am liebsten den ganzen Tag.

Momentan ist es – tataaa, welch saisonale Überraschung – der Kürbis.

Kürbissuppe, Kürbisrisotto, Kürbispüree, Kürbispommes… ausdauernd wird das etwas sperrige Gewächs gespalten (zuzüglich  das Wort „Scheiße“ in sechs verschiedenen Sprachen fauchend), geschält und gewürfelt.

In meinem Kürbis-Rausch möchte ich selbst beim Frühstück auf mein aktuelles Lieblingsgemüse nicht verzichten. Ergo setzte ein Grübel-Prozess ein.

Als gebackene Sticks ins Porridge oder getrocknet ins Müsli? Ausgeschlossen. Kaffee in Kombination mit süßem Frühstück mag ich leider überhaupt nicht. Da Kürbis an sich bereits beim Kochen oder Backen eine gewisse Süße entwickelt, sollte kein zusätzlicher Zucker für ein Frühstücksrezept dabei sein. Nachdem ich auf Kürbis-Scones gestoßen bin, habe ich das ganze runtergebrochen auf Brötchen. Schließlich bin ich viel auf Reisen und belegte Brötchen sind einfach besser zum Transportieren und zum Unterwegs verspeisen.

Nachdem die vergangene Woche von Tagen des Scheiterns durchzogen war, was DIY-Blog-Ideen betraf, war die „Wird es gelingen“-Aufregung umso größer. Ich betone: Eine ambitionierte und emsige Köchin ist an meiner Person nicht verloren gegangen. Bei jedem Pfannkuchen-Rezept, das erfolgreich realisiert wird, schlage ich Freudenhaken.

Darüber hinaus sollten unbedingt marokkanischen Gewürze untergebracht werden. Vergangenes Jahr unternahmen Freunde und ich eine zehntägige Reise durch Marokko. Ich kam nicht nur mit einer tiefen Faszination und Ergriffenheit für das Land wieder, sondern hatte einen Bestand an diversen Gewürzen im Gepäck, die ich seither munter in so ziemlich jede selbstzubereitete warme Mahlzeit beigebe.

Also Brötchen-Grundrezepte gegoogelt, erkannt das Kürbispüree wohl bei der Weiterverarbeitung am besten geeignet ist und dann wild zusammengestellt, in der Hoffnung das es funktionieren und vor allem schmecken möge.

Und es schmeckt! Tanz den Boogie Woogie.

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Die Brötchen sind etwas kompakter und saftiger als Konventionelle, was an der Zugabe des Gemüsebreis und Öls liegt.

Die abenteuerliche Gewürzmischung gefällt eventuell nicht jedem. Ihr könnt diese gern weglassen, dann habt ihr nur den leichten Kürbisgeschmack. Ich steh aber voll auf meine „Moroccan spiced rolls“! Mit Käse und etwas Butter als Belag einfach nur superwürzig!

 

Zutaten (für etwa 6 – 8 Brötchen)

 

  • 300 g Kürbis (Hokkaido, Garten oder Butternut) – Habt ihr mehr Püree ist das kein Beinbruch. Nehmt das Zuviel einfach für ein anderes Gericht als Beilage oder macht es wie ich: Gleich essen.
  • ca. 500 g Vollkornweizenmehl oder Weizenmehl (dazu im Rezept mehr)
  • 1 TL Salz
  • ½ Würfel frische Hefe
  • 3 bis 4 EL Öl
  • ¼ Liter Wasser

 

OPTIONAL

  • Gewürzmischung Orientalisch oder Mischung aus allem, was Ihr mögt (bei mir waren es Zimt, Süßpaprika, Schwarzkümmel, Koriander, Pfeffer und Curry)
  • Etwas Milch
  • 1 bis 2 EL Leinsamen
  • Kürbiskerne
  • 1 TL oder EL Zucker

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Zubereitung

 

Das Schlimmste zuerst. Den Kürbis teilen und in mundgroße Stücke schneiden. Trainiert immerhin die Armmuskeln.

Es gibt zwei Möglichkeiten Kürbispüree herzustellen.

Entweder 20min in Wasser kochen und dann mit einem Mixstab pürieren. Dann wird es etwas wässriger.

Ich präferiere die Ofenmethode, da ich damit gleich die Würzung des Pürees vornehme.

In einem Topf einen großen Löffel Öl geben und  nach Belieben würzen. Umrühren und die Kürbiswürfel hinzufügen. Dann alles gut mit dem Löffel durchmischen.

Dabei schon einmal den Ofen auf 200 Grad vorheizen.

Jetzt die Würfel auf Backpapier legen und das Blech mittig in den Ofen schieben. Etwa 20 Minuten backen (mit einer Gabel könnt ihr zwischendurch prüfen, ob sie schon gar sind.)

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Anschließend die Stücke etwas abkühlen lassen. Beim Hokkaido-Kürbis könnt ihr die Schale theoretisch mit mixen. Diese ist essbar. Bei anderen Sorten wie etwa Butternut schabt sie einfach vorher mit einem Löffel oder Gabel ab. Das geht ganz fix.

Nun alles gut pürieren und mit ein wenig Milch oder Wasser weicher machen. Bei mir genügen meist zwei bis drei kleine Schlucke. Schließlich soll der Brei nicht zu dünnflüssig werden.

 

Nun fügt das Salz, die Hefe, Leinsamen und Öl in die Schüssel mit dem Kürbispüree und fügt schrittweise ¼ Liter warmes Wasser hinzu. Dabei fleißig rühren bis eine einheitliche Masse entstanden ist.

Am Ende das Mehl hinzugeben. Jetzt heißt es kneten bzw. kräftig mit einem Schneebesen zu einem Teig schlagen (Armtraining Teil II). Den Teig etwa 45min ruhen lassen.

 

BITTE BEACHTEN:

Kürbis ist ein Naturprodukt. Jedes Püree ist in seiner Konsistenz etwas anders. Es kann also passieren, dass ihr etwas mehr Mehl benötigt.

TRICK:

Schaut nach ca. 15 Minuten nach dem Teig. Hat sich Flüssigkeit oben abgesetzt und ihr habt das Gefühl er ist etwas zu klebrig, gebt einfach noch etwas Mehl dazu.

 

Den Teig noch einmal ordentlich kneten und auf einer gemehlten Arbeitsfläche zu einem großen Klumpen formen. Reibt Eure Hände vorher ordentlich mit Mehl ein. Schneidet mit einem Messer stückweise Teile aus dem Klumpen und formt sie zu kleinen Bällen. Es ist kein Problem, wenn sie nicht perfekt rund sind.

Dann mit Milch bestreichen und Kürbiskerne drüber streuen. Seid ihr Veganer steckt einfach die Kerne leicht oben in die Brötchenkugel rein (ohne „Kleber“ fallen sie sonst ab).

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Auf ein Blech mit Backpapier legen und ca. 30 bis 40 Minuten im Ofen bei 200 Grad backen (je nachdem wie groß ihr Eure Brötchen geformt habt). Seid ihr unsicher schneidet einfach zwischendurch eine kleine Ecke vom einem Brötchen ab und probiert.

Rausnehmen.

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Wie oben beschrieben, sind die Kürbisbrötchen etwas feuchter innen. Sind sie abgekühlt, lässt das aber nach.

 

Nun heißt es: Munden lassen!

Eure

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2 thoughts on “Würzige Kürbisbrötchen

    1. Haha, vielen Dank aber überhaupt nicht. Die händischen Tätigkeiten sind schnippeln, würzen, pürieren, kneten, zu Kugeln rollen. That´s it! Und in den Ofen-und Teiggärungszeiten putze ich die Wohnung und schaue eine Folge Lieblingsserie. Fertige die Brötchen z.B. oft bequem nebenbei am Abend. Du kannst aber auch gern den Kürbisbrei weggelassen und stattdessen einfach einen Esslöffel Zucker oder Honig zum Teig geben. Dann hast du normale Vollkornbrötchen.

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