fair trade coffee

„Faires Verhalten hört nicht an der Grenze auf“

Zum Kaffee mit Jens Klein / Café Chavalo

 

Für viele Menschen weltweit gehört der Kaffee zum morgendlichen Ritual und darf auf keiner Kuchentafel fehlen.

Durch den medizinischen Rat einer Ärztin bin ich selbst erst spät zum Kaffeetrinker geworden. Er hat mir einiges an Tablettenkonsum erspart, ich sehe ihn aber mittlerweile hauptsächlich als Genussmittel.

Für diejenigen, die am Tagesbeginn nicht mehr den Sprung zur eigenen Kaffeemaschine schaffen, stellt es inzwischen kein Problem dar, das Heißgetränk direkt im Café oder beim Bäcker in mitgebrachte Thermobecher füllen zu lassen. Ausgezeichnet, um Verpackung, damit Plastikmüll und die schädliche Aufnahme von Polymeren zu vermeiden.

 

Irgendwann stand ich mit meinem Becher an der Haltestellte, schaute auf ihn und überlegte: „Mhh, die richtige Hülle schön und gut, aber was ist mit dem Inhalt?“ Ich kaufe zwar hauptsächlich Kaffee mit Fair Trade-Siegel, doch auch hier die Frage: Ist es wirklich fair?

Die Thematik mit dem fairen Handel ist nicht einfach. Das blaue Siegel muss nicht unbedingt heißen, dass es den Bauern in Südamerika und Afrika besser geht, da man dafür sehr hohe Zertifikationskosten zahlen muss, welche oft die finanziellen Vorteile wieder zunichtemachen. Daher verbessern mit und für das gute Gewissen gekaufte Kaffeesorten im Supermarkt oder der großen Kette nicht unweigerlich die tatsächliche Lebenssituation der Farmer.

Ein Vorgespräch bei meiner Recherche mit einer kleinen fair ausgewiesenen Kaffee-Initiative fand ich eher unbefriedigend. Toll, dass sie in ihren eigenen Dunstkreis auf Stadtteilmärkten den Kaffee vertreiben. Man hat aber als Kaffeehändler auch Verantwortung für die Menschen mit denen man Verträge schließt, oder? So ein wenig Unternehmergeist sollte schließlich vorhanden sein. Eine gewisse Abnahme der Ware rentiert sich doch erst für die Bauern. Und auch noch selbst nie vor Ort gewesen zu sein, ich weiß nicht. Wie dann die Situation der Kaffee-Farmer einschätzen und vor allem ein faires Verhältnis aufbauen? So die Gedanken als ich da saß und ihren Kaffee schlürfte.

Allerdings sollte man nicht alles bohnenschwarz sehen, denn es gibt Personen, die versuchen es anders zu machen. Fair. Direkt. Transparent. Auf Augenhöhe.

 

Durch eine Freundin lernte ich Jens Klein kennen, Besitzer von Café Chavalo

Aus Eigeninteresse wurde er vom Journalisten zum Kaffeehändler.

Mit der nicaraguanischen Bauernkooperation Tierra Nueva aus der Region Boaco arbeitet er seit drei Jahren zusammen. Fair gehandelter und biologischer Kaffee sind die Markenzeichen dieses Verbands.

Der Geschäftsführer von Tierra Nueva Pedro Rojas erzählt in diesem Video von der Arbeit und Herangehensweise.

 

Zurück zum heutigen Interviewpartner. Jens ist nicht nur ein extremer Sympatikus, er ist vor allem kein Dummschätzer. Kommuniziert man mit ihm, merkt man schnell, hier beschönigt niemand, um sich zu profilieren oder sein Produkt zu erhöhen.

Im Interview berichtet er nicht allein von seinem Weg. Viel lässt sich über den Kaffeeanbau, der Spekulation mit dem Rohstoff und der Weg zu mehr Fairness erfahren.

Nicaragua, Jens Kleine, Coffee farm

Wie wird man als Journalist ein Kaffeehändler und Importeur?

Man reist nach Nicaragua und besucht Kaffeebauern, begeistert sich für deren Arbeit und vor allem für die Menschen und beschließt dann so ein Projekt zu starten.

Das fing alles ganz klein an. Ich hatte keine Ahnung von Kaffee, außer dass ich wusste, dass ich ihn gern trinke. Dann habe ich von der besuchten Kooperative in Nicaragua versucht zehn Kilo Kaffee zu besorgen, weil sie auch schon Partner in Deutschland hatten. Weihnachten 2013 haben wir in Deutschland den erhaltenen Kaffee geröstet, probiert und er hat gut geschmeckt. Daraus wurde Café Chavalo. Also Kaffee den ich erst Säckeweise bestellt habe und den wir dann hier in Leipzig geröstet haben. Dann wurden langsam Paletten draus. Letztes Jahr hatte ich den ersten Container mit 5 ½ Tonnen Kaffee.

Ich bin einmal im Jahr in Nicaragua, besuche die Bauern der Kooperative und wir tauschen uns aus wie es bei ihnen läuft, wie sich das Geschäft in Deutschland entwickelt und wie man unsere Partnerschaft verstätigen kann.

 

Versteh ich das richtig: Du hast dort Urlaub gemacht, bist zu einer Plantage gegangen und hast gesagt „Hallo, ich bin der Jens aus Leipzig.“ oder wie muss man sich das vorstellen?

Haha, also ich bin schon gezielt nach Nicaragua geflogen mit dem Ziel Kooperatioven zu besuchen. Mich hat dieses Thema „Fairer Handel“ schon seit Jahren begeistert ohne das ich darin beruflich aktiv gewesen wäre. Dann habe ich 2013 beschlossen meinen Job als Journalist bei einer Tageszeitung in Freiburg zu kündigen und stattdessen zu versuchen im fairen Handel aktiv zu werden.

Und habe für mich vorgeschaltet erst einmal selbst Produzenten besuchen zu wollen. Denn ich dachte: Okay, fairer Handel klingt immer ganz nett aber ist es denn wirklich mehr als nur Marketingmaschine? Deshalb wollte ich einfach vor Ort Menschen kennenlernen und sehen was es für einen Effekt haben kann. Nachdem ich die Kooperativen besucht hatte, entstand der Wunsch nicht nur als Arbeitnehmer aktiv zu sein, sondern selbst ein eigenes Projekt zu starten.

Und ja, es war tatsächlich so, dass ich mehrere Bauern-Gemeinschaften besucht und mich vorgestellt habe, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. In gebrochenem Spanisch wohlgemerkt. Ich konnte die Sprache kaum als ich das erste Mal da war und habe spanisch erst richtig in Nicaragua erlernt.

Das lief jedoch erstaunlich gut. Es hat meist nur eine viertel Stunde gedauert bis ich einen Gesprächspartner gefunden hatte und einen Tag später war man z.B. auf einer Kaffee-Finca und hat die Bauern kennengelernt und gesehen wie sie arbeiten. Das hat mich alles so begeistert auf welcher Ebene das menschlich ablief. Es alles so unkompliziert war und man herzlich in Kontakt kam, dass ich dachte: Da muss jetzt mehr draus werden.

cafe chavalo, work, nicaragua

Wie gestaltete sich dann die weitere Herangehensweise in Nicaragua als auch hier in Deutschland?

Erst einmal hatte ich keine Ahnung wie man aus Rohkaffee Röstkaffee herstellt. Wie funktioniert das Rösten überhaupt und was muss man an rechtlichen Dingen berücksichtigen. Das dauerte einige Nächte im Internet zur Recherche. Des Weiteren habe ich einen Termin gemacht mit einer Firma in Berlin, welche bereits seit den achtziger Jahren Kaffee aus Mittelamerika für den Fairen Handel importieren. Das war ein extrem nettes Gespräch mit der Geschäftsführerin. Sie hat einen Kontakt in Leipzig zu Jemanden hergestellt, der wiederum den Kontakt zur Leipziger Rösterei gab. Durch viele Begegnungen ist nach und nach ein Netz entstanden.

Ich bin zugegebenermaßen blauäugig rangegangen, hab in Excel-Tabellen Zahlen zusammengestellt und gehofft, dass die Kalkulation funktionieren könnte. Irgendwann gab es den ersten Kunden in meiner Heimatstadt in der Eifel. Sie haben beschlossen den Kaffee als Städtekaffee einzuführen. Zeitgleich hat auch der Eine-Welt-Laden in Leipzig gesagt er will das Projekt unterstützen, indem er Café Chavalo verkauft. So hat sich Step-by-step alles entwickelt.

Es war natürlich mit viel Klinken putzen verbunden. Inzwischen spricht es sich aber rum. Es passiert immer mehr, dass Leute auf mich zukommen, weil sie den Kaffee für sich entdeckt haben.

 

Was hat dich denn speziell an dem Produkt Kaffee interessiert außer das er dir mundet?

Im Endeffekt wirklich die eigene Begeisterung. Man sollte ja auch mit Dingen arbeiten, die man selbst gern trinkt. Dann stehst du schließlich vollkommen dahinter. Bei mir ist das so. Ich kenne die Menschen, stehe hinter der Idee, kann alles sehr transparent machen, weil ich selbst vor Ort bin und die Verträge abschließe.

Und da ich den Kaffee wirklich mag, kann ich ihn gut an Mann und Frau bringen. Es wäre schwierig als Teetrinker Kaffee zu verkaufen. Machen auch Leute aber…naja…(lacht).

Finca Tiera Nueva

Coffee beans

 

Kommen wir auf den Punkt „Fairer Handel“ zurück. Wie ist die normale Situation von Kaffeebauern in Nicaragua und was ist der Unterschied zwischen dem konventionellen Anbau und Vertrieb zu dem von der Kooperative mit der du zusammenarbeitest?

Zuerst einmal: Der Begriff an sich ist schon ziemlich schwierig. Es hat sich zwar etabliert von fairem Handel zu sprechen, es klingt aber so absolut. „Wir haben fair gehandelten Kaffee.“ Für mich ist es eher so ein Komparativ. Das man sagt, wir handeln fairer als die Anderen. Aber es ist ein Weg. Es ist noch lange nicht das Ziel, das man erreicht hätte.

Und der Weg sieht so aus, dass man in den Verträgen einen Mindestpreis garantiert. Normalerweise wird Kaffee an der Börse gehandelt. Arabica-Kaffee etwa in New York. Der Preis entsteht nicht klassisch nach Angebot und Nachfrage, sondern es wird ganz viel spekuliert. Kaffee ist am Finanzmarkt ein wichtiges Gut, dass gehandelt wird, ohne dass die Menschen jemals Kaffeebohnen sehen. Durch das Spekulieren entstehen Preise die weit über den Wert sind,  die den tatsächlichen Produktionsaufwand teilweise gar nicht abbilden.

Beim fairen Handel ist es so, dass man sich verständigt einen Mindestpreis zu zahlen, der die Kosten deckt, die dem Bauern wirklich entstehen. Falls der Preis am Markt steigt, wird dann dieser höhere Marktpreis gezahlt. Damit dem Bauern der im fairen Handel aktiv ist auf keinen Fall ein Nachteil entsteht zu den Bauern die für den freien Markt arbeiten.

Zusätzlich zu diesem Mindestpreis wird eine Prämie gezahlt. In meinem Fall ist das eine Bio-Prämie, weil es Bio-Kaffee ist. Zudem noch eine Sozial-Prämie. Die fließt nicht direkt zu den Bauern, sondern sie fließt in einen gemeinsam verwalteten Fond. Die Bauern der Kooperative entscheiden selbst, was sie mit diesem Fond machen. Das kann der Bau einer Landwirtschaftsschule sein. Das kann der Kauf von Schulmaterial sein. Das sind teilweise Stipendien für Kinder von Kaffeebauern, die studieren möchten. Vor ein paar Jahren wurde eine Zahnklinik eingerichtet, wo sie sich zum Selbstkostenpreis ihre Zähne behandeln lassen können.

Ich zahle darüber hinaus eine Infrastruktur-Prämie, die gezielt dafür verwendet werden soll, die Strukturen innerhalb der Kooperative zu verbessern. Um z.B. eine neue Maschine zu kaufen, ein Lager zu renovieren oder zu bauen. Was quasi zur Effizienzsteigerung im positiven Sinne dient.

Das ist das Preisthema. Aber der faire Handel ist noch viel mehr.

fair trade nicaragua

 

Es geht auch darum zur Selbstermächtigung der Bauern beizutragen. Indem man sagt, die Kleinbauern sind auch unabhängige Klein-Unternehmer, die sich zusammenschließen in Genossenschaften, die ihnen selbst gehören. Diese Genossenschaften organisieren Weiterverarbeitung und Export des Kaffees. Das heißt, es entsteht nicht so eine Abhängigkeit von Großinvestoren und Konzernen. Das ist ein wichtiges Thema.

Und die langjährige Partnerschaft. Nicht nach dem Motto „Okay, dieses Jahr kauft er meinen Kaffee weil ich besonders günstig war aber nächstes Jahr geht er zu einer Finca in Honduras.“ Sondern man baut langfristige Partnerschaften auf. Geht solidarisch miteinander um. Wenn es zum Beispiel passiert, das eine Ernte schlecht ausfällt, wird geschaut wie man das abfedern kann. Indem man das nimmt, was da ist und einen Teil vorfinanziert. So übersteht man Durststrecken gemeinsam.

Es ist halt keine klassische Lieferanten-Kunden-Beziehung.

 

Damit hast du natürlich viel Verantwortung.

Ja, schon. In der Kooperative bin ich allerdings noch ein kleiner Kunde. Die Bauern von Tierra Nueva produzieren im Jahr ungefähr 270 Tonnen Kaffee. Mittlerweile nehme ich etwa sieben Tonnen ab, bin damit aber natürlich noch nicht der Großkunde. Das sind andere.

Probleme sind für die Kooperativen oft, dass sie zwar ihre komplette Ernte zu fairen Handelsbedingungen verkaufen könnten, aber es gibt nicht genügend solcher Kunden dafür. Das heißt, wenn es gut läuft, können sie 2/3 der Ernte zum Fair Trade-Preis verkaufen und der Rest muss dann nur zum Bio-Preis oder gar zum normalen Weltmarkt-Preis verkauft werden, weil es einfach nicht genügend Abnehmer gibt.

Insofern ist es ein wichtiges Ziel, dass wir den Absatzmarkt erweitern, damit mehr Kaffee zu den faireren Bedingungen verkauft werden kann.

 

Meine Lieblingsfrage ist immer „Sonnenseite/Schattenseite“. Was treibt dich an in deiner Arbeit und wo sagst du „Das nervt oder muss noch besser werden“?

Was weniger Spaß macht, ist das Typische. Es macht nun nicht gerade Spaß hier zu sitzen und seine Steuererklärung zu erledigen.

Die schönsten Momente sind die in Nicaragua. Wenn du die Bauern auf ihren Fincas besuchst, siehst mit welcher Überzeugung sie dort arbeiten. Fairer Handel und Bio schön und gut aber letzten Endes geht es um den Geist, der in so einem Bündnis herrscht. Ich habe immer das Gefühl „Hey, das sind Menschen die WOLLEN es einfach anders machen.“ Sie sehen nicht nur, dass sie damit mehr Geld erwirtschaften könnten. Sie sehen, dass es eine Alternative zu dem klassischen Wirtschaften ist. Und genau das wollen sie.

Es ist phantastisch zwischen Kaffeesträuchern zu stehen und sich auszutauschen, wie es mit der Ernte aussieht und was noch an neuen Produkten angebaut werden kann, um sich stärker zu diversifizieren. Nicht nur einseitig von Kaffee abhängig zu sein. Etwa Kurkuma oder Kakaobäume anzupflanzen. Und auch zu merken wie ein gegenseitiges Interesse besteht. Wie du gelöchert wirst mit Fragen „Wie der Markt in Deutschland funktioniert. Was die Bauern bei uns anbauen und wie die Landwirtschaft aussieht.“ Das macht wirklich Freude.

Nicaragua

Wie lang bist du dann immer in Nicaragua?

Ich versuche es einzurichten immer vier bis sechs Wochen im Jahr dort zu sein. Das ist wichtig. Obwohl der Kontakt für die Zeit dazwischen durch die sozialen Medien wunderbar funktioniert. Und durch Skype und Mails findet reger Austausch statt.

 

Du hast vorhin bereits Ziele angedeutet. Welche sind das mit Cafe Chavalo?

Café Chavalo ist ja ein Versuch. Anders zu wirtschaften. Zu zeigen, dass man es mit partnerschaftlichen Miteinander schaffen kann und nicht mit Ellenbogen-Mentalität.

Mein Ziel ist es den Kontakt zu intensivieren. Ich begreife mich als Brücke zwischen den Kaffeebauern in Nicaragua und den Kaffee-Trinkern in Deutschland. Deswegen versuche ich immer möglichst viele Informationen zu transportieren. Zu zeigen was an Arbeit drin steckt in dem Kaffee, den wir jeden Morgen trinken.

Und natürlich auch mit Cafe Chavalo weiter zu wachsen. Nicht weil Wachstum so eine geile Sache ist, sondern weil die ganze Sache nur einen langfristigen Effekt haben kann, wenn man eine gewisse Menge an Kaffee einkauft. Wenn ich nur eine kleine Menge abnehmen kann, sind das faktisch weniger Dollar für die Fonds der Bauern.

Ich denke da an Container-Dimensionen. In einen Container passen 20 Tonnen rein. Ziel wäre es z.B., diesen Container komplett zu befüllen. Gern auch mit verschiedenen Produkten wie Ingwer, Kurkuma oder Kakaobohnen von Tierra Nueva.

rainforest nicaragua

 

Das Sortiment möchtest du folglich erweitern?

Genau. Das wächst bereits. In diesem Jahr waren schon Kurkuma und Ingwer im Container drin. Beides wird gerade in einer Mühle in Thüringen gemahlen, dort in einer Werkstatt für behinderte Menschen verpackt und ist bald hier in den Läden verfügbar.

Zur Rösterei an sich. Habe ich das korrekt verstanden: Ein Teil wird in Nicaragua direkt gemahlen und ein Teil hier?

Mensch stimmt, das wollte ich ja noch sagen! Das ist auch ein wichtiger Kernansatz bei Café Chavalo!

Ich will versuchen die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen. Das man nicht nur den Rohstoff kauft, sondern das Produkt direkt in Nicaragua weiterverarbeitet. Das ist für die Kooperative finanziell attraktiv. Sie bekommt für gerösteten Kaffee einfach mehr Geld. Aber es ist auch sehr spannend, weil du dadurch neue und andere Jobs schaffen kannst.

Die Region Boaco ist stark von Landflucht gezeichnet, weil viele Leute keine Perspektiven mehr sehen und in die Hauptstadt ziehen, um sich irgendwie durchzuschlagen. Deshalb ist es gut, wenn nicht nur Kaffeebauern von Tierra Nueva profitieren würden, sondern auch andere Perspektiven entstünden – zum Beispiel in der Rösterei und Verwaltung.

Cacao beans

Ginger farming

 

Ein Anfang ist gemacht. In jedem Container pro Jahr ist neben Rohkaffee auch ein Anteil an Röstkaffee mit drin, der in der Kooperative weiterverarbeitet wurde.

Teilweise sind es auch ganz kleine Schritte. Unser Etiketten-Motiv wurde von einem Künstler aus Nicaragua gestaltet. Er arbeitet mit dickflüssigem Kaffee-Konzentrat. Das war auch ein Schritt: Warum einen Grafiker aus Deutschland nehmen, wenn es doch eigentlich jemand aus Nicaragua machen könnte.

Bisher wird aber der Großteil noch in der Kaffeerösterei Alber  in Leipzig geröstet. Hier aber auch handwerklich in kleinen Chargen. Keine industrielle Großverarbeitung.

Im Leipziger Osten gibt es eine Werkstatt für behinderte Menschen, wo danach von den Mitarbeitern das Verpacken, Malen und Etikettieren übernommen werden. Den Mitarbeitern macht es auch total Spaß mit Kaffee zu arbeiten und es gibt viel positives Feedback. Auch weil die Arbeitsschritte komplexer sind und du ein Produkt riechst und siehst, wo du selbst weißt, das und wo du ihn selbst kaufen kannst. Viele identifizieren sich mittlerweile mit Café Chavalo als „ihren Kaffee“. Und es ist schon ein wenig angenehmer als etwa den ganzen Tag Schrauben zu verpacken. Es geht für mich beim fairen Handel auch darum, wie man hier arbeitet. Faires Verhalten hört nicht an der Grenze auf.

Jetzt haben wir ja viel über den Prozess und die Arbeit gesprochen. Doch kommen wir auf das eigentliche Produkt. Also, ich persönlich find ihn ja super. Leicht nussig im Geschmack. Aber wenn du Cafe Chavalo beschreiben müsstest…

Der Vergleich mit Industriekaffee klappt gar nicht mehr, weil einfach Welten dazwischen liegen. Café Chavalo ist ein reiner Ursprungskaffee, der nur aus einer Region kommt, auf kleinen Parzellen angebaut und handgeerntet wird.

Ja, er hat in der Tat ein schönes Nussaroma. Eine milde Säure. Teilweise schokoladige Noten. Kaffee mit Charakter halt.

Eine Menge Input. Ich habe viel gelernt heute. Jens, ich bedanke mich für das Interview, weiterhin alles Gute und äh…könnt ich noch einen Kaffee bekommen?


Chavalo ist übrigens mit „Knabe“ zu übersetzen und in Nicaragua ein gängiges Wort im Alltag.

So, das war jetzt mächtig viel an Informationen.

Zur Belohnung gibt es am Sonntag, dem 18.09. etwas zu gewinnen!

Ein Set mit der Fair Fashion Boho Tasche von Telares Indígenas Nicara­gua, Espresso Honig und Kaffee sowie Espresso von Café Chavalo.

Ihr braucht lediglich hier, auf Facebook, Instagram oder Snapchat einen kurzen Kommentar zur gestellten Frage hinterlassen. Der Gewinner wird am Dienstag via gelost  und im Anschluss benachrichtigt.

Nach diesem Schreibmarathon benötige ich jetzt aber tatsächlich wieder etwas Koffein.

Bis die Tage

FRide

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.